Erlebnis Lenzburg

Entdeckungspfad mit 27 Stationen

Der Anfang 2016 erschienene, handliche Führer «Erlebnis Lenzburg» mit 27 Stationen orientiert in kurzen Texten über historische und planerische Aspekte von Gebäuden, Gärten und Kultur. Daten zur örtlichen Geologie und Ökologie sowie aus der Römerzeit fehlen nicht. Kirchen und Friedhöfe weisen auf religiöse Standpunkte hin.

In diesem Jahr wird der Fokus auf die Wälder von Lenzburg gelegt. Neben den Angaben unter Station 24 finden sich hier im Folgenden zusätzliche Informationen.

Geschichtliches …

Die Landschaft um Lenzburg war ursprünglich fast durchwegs mit Wald bedeckt. Die Kelten und Römer, vor allem aber die Alemannen griffen schon früh in den Urwald ein und verwandelten das Mittelland in eine Kulturlandschaft. Sie rodeten und benützten das neue Gelände als Weiden und Nahrungsquellen.
Dank dem Forstgesetz von 1902 ist der Schweizer Wald dauerhaft geschützt. Seither sind Rodungen verboten. Knapp die Hälfte der Fläche von Lenzburg beherbergt Wald, welcher der Ortsbürgergemeinde gehört.

Aufgaben …

Die drei wichtigsten Aufgaben des Waldes sind die Nutz-, Schutz- und Wohlfahrtsfunktion. Daneben ist er Lebensraum für zahlreiche Pflanzen- und Tierarten; er fördert somit die Biodiversität.

Der Wald ist ein Filter für Wasser und Luft. Er ist durch seine Transpiration ein wichtiges Glied im Wasserkreislauf der Erde. Ausserdem bindet er in seiner Biomasse langfristig das dem Treibhauseffekt auf der Erde dienende Kohlenstoffdioxid. Bei der Fotosynthese entziehen die grünen Pflanzen der Luft dieses Gas und setzen dafür Sauerstoff frei.
Daher wäre es sinnvoll, gar weltweit möglichst viel aufzuforsten!

Natur und Kultur im Forstrevier Lenzia …

An wichtigen Waldeingängen stehen Informationstafeln, bei denen sich Interes-
sierte mit einer Faltbroschüre über Natur und Kultur im entsprechenden Waldgebiet bedienen können. Die für Spaziergänge empfohlenen Waldwege sind benannt und markiert; sie geben zum Teil auch Hinweise auf Lokalnamen.

Übersicht …

Willkommen im Waldgebiet Berg-Ebnet
Fünfweiher mit benachbartem Glockenstuhl, Walo von Greyerz-Stein, Esterliturm, Heidelbeeren im Buchenwald, Sumpfwald am Drittweiher, Aabach, Heideburg.
Die Heidehöhli am Radweg Egliswil-Lenzburg ist vermutlich ein Relikt von in den Sandstein gehauenen Lagerräumen.

Willkommen im Waldgebiet Länzert

Kantonsmitte, Pumpwerke Hard I und II, Spuren der Seetalbahn, Länzerthütte, Kieswerke Lenzburg und Niederlenz, Mammutbaum.
Die Mitte des Kantons Aargau liegt im nördlichen Teil des Bezirks Lenzburg, am Rand des Niederlenzer Gemeindegebietes im Länzert.

 

Willkommen im Waldgebiet Lind-Boll

Wasserreservoir für Niederlenz, Kleiner und Grosser Römerstein, Römisches Theater, Richtstätte, Gexi, Hallstatt-Grab, Bünztäli.

Willkommen im Waldgebiet Lütisbuech-Eichholz

Chaibegarte, Alte Pflanzgarte, Bim grosse Platz, Steibruch Lütisbuech, Vue des Alpes, Totholz-Denkmal, Alte Steibruch, Sandrisi.

«Unendliches» durchdringt unsere Endlichkeit …

a) Hier wird die Anzahl der Grundeinheiten des Universums (Sterne) mit jener des
Lebens (Zellen) verglichen. Dazu muss festgehalten werden, dass Leben sehr viel
differenzierter aufgebaut ist als tote Materie. Zellen sind zwar «unendlich» kleiner als Sterne, jedoch wesentlich komplexer einzustufen als diese. Aufgrund von Auszäh-
lungen im Lütisbuech kann von einem Durchschnitt von 625 grösseren Bäumen pro ha ausgegangen werden. Ein grösserer Baum beinhaltet über 1015 Zellen. Die 1’131 ha Gesamtfläche von Lenzburg beinhalten 554 ha Wald mit gegen 350’000 Bäumen. Diese weisen rund 4 x 1020 Zellen auf, was zahlenmässig etwa 1/25 der Sterne des Universums (1022) bedeutet.

1022 = 10’000’000’000’000’000’000’000

b) Die obersten 30 cm von einem Hektar Waldboden beinhalten gegen 4 x 1017 Bakterien. Dies ergibt für die Wälder in Lenzburg mehr als 2 x 1020 Bakterien, was nahezu 1/50 der Sterne des Universums (1022) ausmacht.

Bilanz …

Die Natur ist voller Faszination. Für uns Menschen stellen Wälder ein wesentliches Naherholungsgebiet dar; vermehrter Naturbezug wird stets wichtiger. So laden Wälder nicht nur zum Sport, sondern auch zum Verweilen und zur Besinnung ein. Die Vielfalt an Formen bei Bäumen, Sträuchern und Kräutern ist erstaunlich. Symmetrien, Farben, Muster oder auch ökologische Beziehungen besitzen einen hohen Stellenwert.
Sind solche Befunde allein durch Zufall verursacht oder liegt doch eher eine Schöpfung, in welcher Art auch immer, zugrunde?

Der Führer, getextet von Beat Samuel Fey und fotografisch illustriert von Jacqueline Schneeberger Fey, ist bei Tourismus Lenzburg Seetal, Kronenplatz 24, Lenzburg, im Museum Burghalde Lenzburg sowie im Schloss Lenzburg gratis erhältlich.